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FDP Waldshut setzt auf Kubicki-Kurs und verstärkt ihren Vorstand

Kreismitgliederversammlung in Waldshut: Liberale wollen Neustart der Partei aktiv mitgestalten.

Waldshut-Tiengen. Mit klaren politischen Signalen und personellen Verstärkungen hat die FDP im Landkreis Waldshut die Weichen für die kommenden Monate gestellt. Bei ihrer Kreismitgliederversammlung am 3. Juni diskutierten die rund zwölf anwesenden Mitglieder die Zukunft der Partei nach dem Bundesparteitag in Berlin, wählten neue Delegierte sowie Ergänzungen für den Kreisvorstand.

Im Mittelpunkt der politischen Aussprache stand die aktuelle Lage der FDP auf Bundesebene. Die Kreisvorsitzende Nathalie Wagner berichtete gemeinsam mit Kreisschatzmeister Camilo Aranguren von ihren Eindrücken als Delegierte beim Bundesparteitag in Berlin. Der Kreisverband begrüßt die Wahl von Wolfgang Kubicki zum neuen Bundesvorsitzenden ausdrücklich und sieht darin eine wichtige Chance für die politische Erneuerung der Liberalen.

„Wir brauchen starke Persönlichkeiten, die glaubwürdig für Meinungsfreiheit, Bürgerrechte und einen schlankeren Staat eintreten. Gleichzeitig müssen wir wieder verständlicher und näher an den Menschen kommunizieren. Wolfgang Kubicki steht genau für diesen Kurs“, erklärte Wagner.

Die Mitglieder zeigten sich einig, dass die FDP künftig wieder selbstbewusster ihre Positionen vertreten müsse. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spannungen seien liberale Stimmen wichtig, die für Eigenverantwortung, Freiheit und eine offene Debattenkultur eintreten – auch dann, wenn diese Positionen nicht immer dem politischen Mainstream entsprechen.

Auch kommunalpolitische Themen standen auf der Tagesordnung. Kreistagsmitglied Klaus Denzinger schilderte die zunehmend schwierige finanzielle Lage vieler Städte und Gemeinden. Die kommunale Ebene werde immer stärker belastet, während gleichzeitig ausreichende Unterstützung durch Bund und Land fehle.

Besonders kritisch bewertete Denzinger die weiterhin offene Finanzierung des geplanten Neubaus des Waldshuter Krankenhauses. Nach wie vor sei unklar, in welchem Umfang das Land Baden-Württemberg die Investitionskosten fördern werde. Solange keine verbindliche Förderzusage vorliege, bleibe offen, welcher Anteil letztlich vom Landkreis und damit von den Kommunen getragen werden müsse.

„Der Landkreis darf bei einem Projekt dieser Größenordnung nicht im Ungewissen gelassen werden. Die finanzielle Verantwortung zwischen Land und Kommunen muss endlich klar geregelt werden“, so Denzinger.

Mit Blick auf die kommenden Parteitage wählte die Versammlung neue Delegierte für die Landes- und Bundesparteitage. Die Gewählten wollen die inhaltliche und organisatorische Erneuerung der FDP aktiv begleiten. Besonderes Augenmerk richtet der Kreisverband auf die Landesvorstandswahlen im September, die als wichtiger Schritt für den Neustart der FDP Baden-Württemberg angesehen werden. Nathalie Wagner kündigte an, eine Kandidatur für eine aktive Rolle im Landesverband zu prüfen.

Auch personell stellte sich der Kreisverband neu auf. Zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden wurde Ramon Schindler aus Murg gewählt. Der 23-jährige Handwerker im Familienbetrieb für Sanitär- und Heizungstechnik engagiert sich bereits als Co-Vorsitzender der Jungen Liberalen Lörrach-Waldshut und soll künftig insbesondere die Perspektiven jüngerer Mitglieder stärker einbringen.

Als Beisitzer kehrt Harald Ebi in den Vorstand zurück. Der ehemalige Kreisvorsitzende hatte den Verband bis 2024 geführt und wird seine langjährige Erfahrung künftig wieder in die Vorstandsarbeit einbringen. Neu in den Vorstand gewählt wurde außerdem Richard Lorenz aus Eggingen. Der 36-Jährige möchte sich insbesondere für die Stärkung klassisch-liberaler Positionen einsetzen.

Zum Abschluss der Versammlung zeigte sich der Kreisverband optimistisch. Die Mitglieder seien hoch motiviert, die FDP auf Kreis-, Landes- und Bundesebene aktiv mitzugestalten, neue Ideen einzubringen und die liberale Stimme im Landkreis Waldshut zu stärken.

„Die FDP wird gebraucht – als Stimme für Freiheit, Eigenverantwortung und eine Politik mit gesundem Menschenverstand. Daran wollen wir hier vor Ort aktiv mitarbeiten“, fasste Wagner die Stimmung der Versammlung zusammen.