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„Schutz vor Gewalt ist eine Kernaufgabe” – FDP Waldshut zu Besuch bei COURAGE

Beim Besuch der Beratungsstelle COURAGE in Lauchringen haben wir offen über die Arbeit des Frauen- und Kinderschutzhauses gesprochen – über volle Belegung durch einen angespannten Wohnungsmarkt, fehlende Planungssicherheit bei der Finanzierung und neue Gefahren wie digitale Überwachung. Für uns ist klar: Schutz vor Gewalt ist eine Kernaufgabe des Staates, und wer Frauen schützen will, muss Probleme ehrlich benennen. Was wir aus dem Gespräch mitnehmen – und welche Konsequenzen wir daraus ziehen.

Lauchringen, 22. Oktober 2026.

Eine Delegation der FDP im Kreis Waldshut hat die Frauenberatungsstelle COURAGE, die Anlaufstelle des Frauen- und Kinderschutzhauses Kreis Waldshut e.V., in Lauchringen besucht. Empfangen wurde sie von der stellvertretenden Vorsitzenden Gabriele Schmidt und Co-Geschäftsführerin Melanie Schweizer, die Einblick in die tägliche Arbeit und die aktuellen Herausforderungen der Einrichtung gaben.

„Der Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt darf kein Randthema sein. Freiheit und Selbstbestimmung setzen voraus, dass Menschen sicher leben können – zu Hause wie im öffentlichen Raum”, sagt Nathalie Aranguren Wagner, Kreisvorsitzende der FDP Waldshut. „Einrichtungen wie das Frauenhaus leisten hier Unverzichtbares. Umso wichtiger ist, dass sie planen können und nicht am Tropf des guten Willens hängen.”

Die FDP Waldshut wollte sich über aktuelle Chancen und Herausforderungen des Frauenhauses informieren. Bei den Plätzen sieht die Einrichtung derzeit keinen Engpass: Die Kapazität wird von sechs auf acht Plätze ausgebaut. Das liegt zwar unter dem Richtwert der Istanbul-Konvention, ist für den Kreis Waldshut nach Einschätzung der Verantwortlichen aber ausreichend. Das eigentliche Nadelöhr sei die Verweildauer: Weil der Wohnungsmarkt entlang der Hochrheinschiene angespannt ist, finden Frauen nach dem Aufenthalt nur schwer eine eigene Wohnung – Plätze bleiben länger belegt, als es sein müsste.

Als Belastung hingegen benannten Schmidt und Schweizer die fehlende Finanzierungs- und Planungssicherheit. Vieles bei der Förderung durch Kreis und Land beruhe bislang auf Freiwilligkeit. Ausdrücklich positiv hob die Einrichtung hervor, dass das Frauenhaus in der Öffentlichkeit heute deutlich sichtbarer wahrgenommen wird – mit der Folge steigender Spendenbereitschaft. Diese bürgerschaftliche Unterstützung helfe der Einrichtung am unmittelbarsten. Erfreulich sei auch die Entwicklung beim Personal: Auf die ausgeweiteten Plätze habe man zahlreiche Bewerbungen erhalten. Mehr Personal eröffne zugleich die Chance, stärker in die Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit zu gehen, etwa an Schulen.

Sorge bereitet den Fachfrauen die generell steigende sexualisierte Gewalt, die auch im Landkreis spürbar sei. Dies sei auch vor allem ein gesellschaftliches Problem. „Sicherheitspolitik beginnt in den Köpfen – lange vor der Polizei. Respekt und Gleichberechtigung müssen früh vermittelt werden: in Schulen, Vereinen und Familien”, sagt Beisitzer Richard Lorenz dazu. Als neues Gefahrenfeld komme die digitale Sicherheit hinzu – etwa das heimliche Orten von Geräten durch Täter. Die Sensibilität der Polizei für Gewalt gegen Frauen sei im Landkreis bereits gut – ein Befund, den die FDP ausdrücklich würdigt.

Im Gespräch wurde auch deutlich, dass politische Maßnahmen dort an Grenzen stoßen, wo Gewalt in familiären Prägungen wurzelt – etwa in patriarchalen Strukturen. Viele betroffene Frauen verfügten zudem über kein stabiles Netz aus Familie und Freunden, das sie auffangen könnte.

An dieser Stelle zieht die FDP Waldshut eine klare politische Konsequenz: “Wir müssen ehrlich benennen, dass ein erheblicher Teil der Frauen, die hier Schutz suchen, aus Zuwanderungs- und Integrationskontexten kommt. Wer aus falsch verstandener Rücksichtnahme verschweigt, dass importierte patriarchale Rollenbilder die Freiheit von Frauen bedrohen, hilft genau diesen Frauen nicht”, stellt die Kreisvorsitzende klar. „Integration darf nicht an der Haustür enden. Wer dauerhaft hier leben will, muss die Gleichberechtigung von Frauen achten. Für uns als FDP gilt: Die Freiheit und Unversehrtheit jeder einzelnen Frau wiegt schwerer als jede kulturelle Rücksichtnahme.”

Daraus folgt für die Liberalen eine doppelte Forderung: Frauen müssten in der Integrations- und Migrationspolitik gezielter in den Blick genommen werden – von der Sprachförderung über die Aufklärung bis zu konsequenter Strafverfolgung. Und die Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum müsse ernst genommen werden, statt sie aus ideologischen Gründen kleinzureden. 

Die FDP Waldshut dankt Gabriele Schmidt, Melanie Schweizer und dem gesamten Team für die offenen Einblicke und sagt ihre Unterstützung zu – für eine verlässliche Finanzierung, mehr Prävention und eine Gesellschaft, in der Frauen frei und sicher leben können, unabhängig von ihrer Herkunft.

Nathalie Aranguren Wagner
Kreisvorsitzende FDP KV Waldshut
nathalie.wagner@fdp-wt.de

v.l.n.r.: Nathalie Aranguren Wagner, Richard Lorenz, Melanie Schweizer, Gabriele Schmidt

v.l.n.r.: Nathalie Aranguren Wagner, Richard Lorenz, Melanie Schweizer, Gabriele Schmidt